Drucken

Justinus Kerner

Das Bilderbuch aus meiner Knabenzeit
Rückkehr nach Maulbronn beim Erscheinen der Franzosen


Die sorgliche Mutter hielt mich zu Knittlingen, das der Pfalz so nahe war, nicht mehr für sicher, und ich wurde auf ihre Veranlassung von dem Postmeister zu Knittlingen in eine Chaise gepackt und fuhr unter den hellen Tönen eines Posthorns nach einigen Stunden in den Klostermauern ein. Das waren dort gar seltene Klänge, und alles lief dem Gefährte nach; denn man glaubte nichts Geringeres, als es sei der kommandierende General aus dem französischen Hauptquartiere angekommen. Ich glaube, dasselbe stand dazumal unter Dessaix in der Gegend von Pforzheim. Mein Vater hatte sich dahin begeben, um von Dessaix Schutz und Sicherheit für Kloster und Oberamt zu erhalten, aber noch ehe er angekommen war, hatten sich die weiten Räume des Klosters mit leichten französischen Chasseurs zu Pferde (einem Streifkorps) angefüllt, die vor denjenigen Wohnungen, die ihnen den reichsten Inhalt zu haben schienen, abstiegen und sich in ihnen zu Gast baten.